Herkunft und Beschluss zur Umsetzung

Im Jahre 1820 wurde in Groß-Rosenburg (bei Breitenhagen) auf der dort bestehenden königlichen Salzfaktorei neben den bereits bestehenden Salzmagazinen ein Erweiterungsbau errichtet. Das s.g. Salzmagazin Nr. III wurde in Nord-Süd-Richtung ausgerichtet. Ein Architekt bzw. Baumeister ist nicht bekannt.

Im Jahr 1843 beschloss Friedrich Wilhelm II. die Demontage und Verschiffung des Gebäudes. Grund dafür war die Aufgabe des Salzumschlagsplatzes an der Saalemündung. Im September des gleichen Jahres wurde die Konstruktion des Gebäudes erfasst. Bauinspektor Redtel dokumentierte für den Abbruch des Saalzmagazins Nr.III das Fachwerk in allen Einzelheiten.

Das Königliche Bergamt in Halle gab die Umsetzung des Magazins Nr. III öffentlich bekannt.

Der Zimmermannsmeister Brasack aus Calbe (Saale) bekam den Zuschlag für den Abbau, die Verschiffung und die Wiedererrichtung des Gebäudes auf der Saline in Halle.

1846 - Der Wiederaufbau

Um die zu hohen Verschiffungskosten zu senken, wurden nicht alle Materialien des Magazins verwendet, sondern noch vor Ort veräußert. Nach der Verschiffung nach Halle a.d. Saale wurden die Baumaterialien im März 1846 zunächst auf der Königlichen Saline aufgestapelt und durch die Verwaltung inventarisiert.

Nach der Erstellung des Unterbaus erfolgte die Fertigstellung das Salzmagazin Nr. III bis August des gleichen Jahres. Zur Erinnerung an seine Herkunft wurde das Gebäude von nun an "Saalhornmagazin" genannt.

Die Kosten für den gesamten Umzug betrugen rund 4.300 Taler.

1849 - Errichtung des Packgangs

Noch während des Wiederaufbaus des Saalhornmagazins im Jahr 1846 erfolgten schon die Planungen zur Errichtung eines Packganges. Dieser Gang sollte das Magazin über den Dachstuhl mit dem parallelstehenden Siedehaus Nr. 1 verbinden. Im Jahr 1849 wurden die Planungen verwirklicht. Einmal auf dem Dach wurde dieses gleich mit Biberschwänzen eingedeckt.

Bauliche Maßnahmen zur Salzlagerung

Alle Seitenwände, Stützen, Kopfbänder und sogar die Unterseiten der Sparren wurden mit einer Holzverschalung verkleidet, da der Salzgehalt zu hoch war. Daher wurde diese mit Kupfernägeln befestigt.

1922 - Der hölzeren Salzverladesteg

Am Ostgiebel wurde das Fachwerk aufgebrochen und eine hölzerne Doppelflügeltür eingesetzt. Direkt an den Giebel wurde dann der Salzverladesteg aus Holz angebaut. Somit wurde die Verladung des wertvollen Salzes direkt aus dem Saalhorn auf die Saalekähne möglich.

1932 - Die Lokdurchfahrt entsteht

In diesem Jahr erfolgte ein bedeutender Eingriff in die Struktur des Gebäudes. Für eine Eisenbahndurchfahrt wurde das Fachwerk aufgebrochen. Dies geschah im Zuge der Umstrukturierungen der betrieblichen Anlagen auf der Saline.

1936 - Teilrückbau des Saalhorns

Die neue Sichteranlage sollte zwischen die Großsiedehalle und das Saalhorn gebaut werden. Den dafür notwendigen Platz erreichte man, durch die Verkürzung (Rückbau) des westlichen Gebäudeteils des Saalhorns um8,65m.

1964 - 1994 Die Zeit als Lagerhalle

Nach der Einstellung der Salzproduktion im Jahr 1964 wurde das Saalhorn vom Salzmagazin zur Lagerhalle - im Volksmund "Schnapslager" genannt - umfunktioniert. Zuerst die Großhandelsgesellschaft HO WfB und dann von 1990 bis 1994 trugen zum Verfall des Saalhorns bei. Die Fahrten mit Gabelstablern im Inneren des Gebäudes erledigten den Rest. Die Schäden an den Deckenbalken und den Kopfbändern sind heute noch zu sehen.

Saalhorn Halle

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